Re-Import eines Wohnwagens aus den Niederlanden

Auf der Suche nach dem perfekten Familienwohnwagen hatten wir sehr genaue Vorstellungen. Das gute Stück sollte nicht länger als 7,0 m, nicht breiter als 2,3 m sein und über ein WC, ein Etagenbett eine kleine Dinette sowie über ein breites Elternbett verfügen.

So sind wir schnell an die Grenzen des Angebots in Deutschland gestoßen. Da ich unseren VW Bus bereits als Re-Import erworben habe, lag der Gedanke nahe, einmal den Suchradius auf die Niederlande auszuweiten.

Und da die Caravan-Dichte im Land der Camper mit einem Wohnwagen pro 36 Einwohner wesentlich höher als in Deutschland (ein Caravan pro 93 Einwohner) ist, findet man hier natürlich auch mehr Auswahl zu attraktiven Preisen.

Hier erfahrt Ihr also, was beim Kauf, bei der Überführung und bei der Anmeldung eines gebrauchten Wohnwagens aus Holland zu beachten ist.

1) Wohnwagen Suche

Die Suche ist – wie auch in Deutschland – über eine der zahllosen Internetplattformen möglich. Wir haben unseren Wohnwagen auf www.marktplaats.nl gefunden. Ein umfassendes Angebot von Wohnwagen findet man aber auch auf www.tweedehands.nl oder www.caravans.nl. Hilfreich war uns der Google Translator, um den ein oder anderen Spezialbegriff zu übersetzen.

2) Wohnwagen Kauf

Soweit man einen Wohnwagen von Privat kaufen möchte, empfiehlt es sich, mit dem Verkäufer im Vorfeld einige Dinge zu besprechen. Am wichtigsten ist, dass der Verkäufer sich bereit zeigt, gemeinsam mit Dir zum Abmelden des Wohnwagens zu fahren und ein holländisches Überführungskennzeichen zu besorgen. Unser Verkäufer war hier sehr kooperativ, die Sache ging aber auch wirklich schnell und ohne langes Anstehen.

3) Abmeldung und Überführung

Das Abmelden kann man beim RDW vornehmen und geht schnell und günstig (ca. 12 €). Gleichzeitig wird der Eigentumsübergang auf einem Dokument amtlich vermerkt. Beides ist wichtig, damit der Wohnwagen in Deutschland ohne Probleme wieder angemeldet werden kann.

In Holland kann für ca. 20 € ein Exportkennzeichen erworben werden, das auch ohne Siegel gültig ist und auch die notwendige Versicherung für die Gültigkeitsdauer abdeckt. In jedem Fall muss der Fahrer den sogenannten „Kentekenbewijs“ (entspricht dem deutschen Fahrzeugschein) dabei haben. Auf den Dokumenten steht die Gültigkeitsdauer drauf. Diese beträgt maximal 14 Tage ab Ausstellungsdatum und ist auch in Deutschland gültig.

4) Vollabnahme und Anmeldung

Bei der Vorführung beim TÜV sollte man nun alles an Papieren und Handbüchern dabei haben, denn es ist grundsätzlich eine Vollabnahme des Fahrzeugs notwendig. Diese kostet ca. 27 € und je nach TÜV-Prüfer schaut man hier mehr oder weniger genau 🙂

Dazu muss eine Gasprüfung vorgenommen werden. In meinem Fall war diese sehr gründlich, denn Gasprüfungen (Prüfung von Flüssiggasanlagen nach DVGW) gibt es in den Niederlanden nicht. Geholfen hat, dass ich mit unserem Fendt ein Deutsches Modell gekauft habe und alle Beschreibungen vorhanden waren. Die Gasprüfung ist mit ca. 70 € leider recht teuer.

Dann noch die ganzen Eintragungen (Tempo 100, etc.) und der neue Brief kann ausgestellt und die heiß ersehnten Plaketten geklebt werden.

Alles in allem hat alles geklappt, allerdings mußte ich für die Tempo 100 Zulassung noch neue Reifen aufziehen lassen, so dass ich den Wagen noch ein zweites Mal vorführen mußte.

Hier noch mal eine Zusammenfassung der Kosten:

Abmeldung:                        10,77 €

Exportkennzeichen:         20,00 €

Gasprüfung:                       70,00 €

Erstabnahme:                    27,00 €

Wunschkennzeichen:       10,00 €

Gebühr Brief:                        3,60 €

Tempo 100 Schild              13,80 €

Technische Änderung:      11,40 €

SUMME                         166,57 €

 

 

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