Tag 12- Der Mistral kommt (und die Schweizer wissen es, oder?)

Tag 12 fängt diesmal mit der darauf folgenden Nacht an: Die beginnt für uns, als die Kinder im Bett sind. Wir entschließen uns zu einem nächtlichen Strandspaziergang. Der Abend ist einfach zu perfekt: Ein sternenklarer Himmel leuchtet uns den Weg und wir sind der Meinung, dass dies unbedingt auch noch unsere Kinder sehen müssen. Für’s Erste sind wir aber trotzdem froh, ein paar Momente für uns alleine zu haben…

Danach geht’s in die Koje, denn es ist spät… In der Nacht weiß ich nicht mehr genau, wovon ich als erstes wach geworden bin. Waren es die hämmernden Klänge der Nachbarn, die nervös ihre Vorzelte sichern, oder war es etwa das flatternde Geräusch unseres Vorzelts?

Offensichtlich hat sich der fiese Mistralwind unerwartet und klamm heimlich über die vorher noch so romantische Nacht hergemacht. Plötzlich fliegen all unsere ungesicherten Dinge nur so durch die Gegend und der ganze Platz ist aufgeregt mit dem Sichern des Hab und Guts beschäftigt. Unsere Nachbarin Beate ist auch wach und stellt mir großzügig einen Jungs-Fäustel und richtige Erdnägel zur Verfügung. Damit ist auch endlich das nervöse Flattern unseres Vorzelts beendet und ich kann mich wieder zur Ruhe legen.

Der letzte Gedanke vor dem Wiedereinschlafen gilt meinem Schweizer Nachbarn. Ja, ich habe seine Ratschläge bei der Ankunft ausgeschlagen und mit einem freundlichen Lächeln zur Seite gewischt. Man lerne: Traue dem erfahrenen Camper, auch wenn er ein onkelhafter Schweizer ist, denn er kennt den Mistral nach 19 Jahren auf diesem Platz.

Sch…, trotzdem wurmt mich das selbst- und siegesgewisse Grinsen beim morgendlichen Frühstücken unserer Schweizer Nachbarn…

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