Tag 2 – Die Supernase: Mit leerem Tank nach Grenoble

Der Tag beginnt eigentlich sehr vielversprechend. Wir wachen um kurz vor acht auf und die Stimmung ist gut. Wir machen Kaffee, decken den Tisch und Peter & Lisa kommen mit ihrem Frühstückstablett.

Danach wird gepackt und wir entschließen uns für einen Stadtspaziergang in die City von Metz, denn die ist nur 5 Minuten vom Campingplatz entfernt. Peter & Lisa brechen schon einmal Richtung Grenoble auf.

Metz gefällt uns sehr gut und wir genießen das emsige Treiben in Vorbereitung auf das heute stattfindende Feuerwerk zum Mirabellenfest. Wir entschließen, wieder zu kommen, doch jetzt müssen wir weiter, denn bis nach Grenoble ist es noch gut 580 km.

Wir fahren und quatschen, es ist heiß draußen und sowohl Kühlschrank als auch Klimaanlage tun gute Dienste. Nur der Fahrer ist nicht ganz bei der Sache. Beim Passieren einer Tankstelle unterläuft mir der folgenschwere Anfängerfehler: Die Tachonadel ist bereits im roten Bereich und erst als es zu spät ist merke ich, dass die nächste Tankstelle noch 40 km entfernt ist. Reichweite 30 km. Das wird knapp. Yuri merkt, dass etwas faul ist, als ich die Klimaanlage und das Radio ausstelle, aber es ist bereits zu spät. Die Tankanzeige hat kalte Füße bekommen und stürzt sich von 30 auf 20 und von 10 auf 0 km Reichweite in die Tiefe. Der Motor fängt an zu stottern . Wir retten uns in eine Nothaltebucht und ich beginne zu realisieren, was ich da gerade verbockt habe. Was tun: Ich erinnere mich, an einem Rastplatz vorbei gekommen zu sein und mache mich auf den Fußweg. Es sind 35 Grad, kein Schatten und die Getränke sind auch aus. Ich fühle mich schlecht!

 

Angekommen am nahe gelegenen Rastplatz helfen mir 3 polnische Trucker. Der eine hat eine alte Wasserflasche, der andere einen Schlauch und der letzte zapft damit großzügig seinen LKW-Tank an. Ich drücke den Jungs noch schnell etwas Geld in die Hand und laufe zurück. Danach geht alles ganz schnell, der Wagen springt wieder an, und wir schaffen es mit den letzten Tropfen bis zur nächsten Tankstelle. Gerettet! Wir gönnen uns Kaltgetränke, Eis und Kaffee und ich bin froh, dass alles so glimpflich ausgegangen ist.

Die letzten 3 Stunden gehen schnell vorbei. In Grenoble angekommen, erwarten uns Peter & Lisa bereits mit einem tollen Einkauf, einem ausgekundschafteten Parkplatz für unseren Wohnwagen und dann geht’s hoch zu unserem Häuschen, dass wir in den nächsten 2 Tagen bewohnen werden.

Der Abend endet so, wie der Tag angefangen hat. Wir kochen gemeinsam, trinken Rosé und schwelgen in der Vergangenheit, denn Lisa hat hier 4 Jahre ihrer Kindheit verbracht. Wir können sofort nachvollziehen, dass dies eine besondere Zeit gewesen sein muß…

 

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