Tag 53 – Jirisan (Tag 2)

Das Jirisan-Gebirge ruft und Neuk-dae Imo hat uns die „Anweisung“ gegeben, um 8 Uhr aufzustehen. Die erste Erkundungstour steht an. Nach einem schnellen „Hallo-wach-Kaffee“ geht’s los. Sunjin Imo passt kältebedingt auf Minna auf, so dass Yuri, Neuk-dae Imo und ich uns auf den Weg machen können. Bei unserer gestrigen Anreise im Dunkeln konnten wir nur erahnen, wie schön das Resort gelegen ist. Wir haben quasi mitten im Berg geschlafen und sind umzingelt von fernen Gipfeln. In der Nacht hat es kräftig gefroren und die ersten Meter sind echt frisch. Das erste Ziel ist eine buddhistische Tempelanlage, die wunderschön im Wald liegt. Nach einer Besichtigung und 108 Gebeten von Neuk-dae Imo für unsere Familie machen wir noch eine kleine Wanderung. Unser Programm erlaubt uns aber leider keine längere Tour, da wir ja schließlich noch ein Teeanbaugebiet kennen lernen sollen.

Das ist unser 2. Programmpunkt und nach dem Check out geht’s Richtung Samsin Mountain, „dem“ Anbaugebiet von wilden, grünen Tee in Korea. Hier haben wir eine sehr interessante Begegnung mit einer alten Bekannten von Neuk-dae Imo. Sie hat sich zu 200% dem Tee verschrieben und betreibt seit 30 Jahren einen skurrilen Teeladen im Dorf. In einer bunten Mischung aus Keramik, Tee, Büchern und CDs werden wir mit fermentiertem Grüntee, der z.T. von Möncheshand geerntet wurde, verköstigt. Das Geschmacks- aber auch das visuelle Erlebnis ist sehr besonders, denn die Teemeisterin ist – lt. meiner Dolmetscherin – eine interessante Erzählererin. Sie breitet ihr sehr fundiertes Teewissen für uns aus und wir versuchen, die Geschmacksnoten der unterschiedlichen Teesorten auf unserer Zunge zu sortieren. Nach kurzer Zeit ist Yuri „besoffen“ und ich „geschmacksverwirrt“ und wir beschließen uns, zu einer kurzen Wanderung zu einem weiteren Tempel.

Kleine Randnotiz: Leider müssen wir Euch enttäuschen. Wir können Euch nicht mit diesem Tee als Mitbringsel beglücken, da wir uns den Tee schlicht nicht leisten können. Wenige Gramm der günstigsten verköstigten Teesorte ist erst ab ca. 150 € zu erwerben.

Danach wird – ihr habt’s vemutlich schon erraten – mal wieder die Spezialität des Dorfes verspeist. Wir gehen Krebssuppe essen, sehr lecker!

Und dann geht’s schon wieder zurück, denn die Nacht „nächtigen“ wir diesmal bei den 3 Imos. Hier kommt uns noch eine besondere Ehre zu teil, denn Sunjin Imo vermacht uns zwei ihrer Werke. Sie hat 20 Jahre Unterricht bei einer traditionellen Malerin genommen und ist mittlerweile selbst bei der Vorbereitung Ihrer ersten Ausstellung. Zwei Bilder, die uns besonders gut gefallen, bekommen wir von Ihr zum Abschluss geschenkt und – wie es die Tradition verlangt – persönlich von Ihr signiert.

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