„I like to move it, move it!“ Zugegeben: Als wir mit dem Camping begannen, musste ich über Wohnwagenbesitzer mit Rangierhilfe manchmal schmunzeln. Für mich gehörte das Einweisen auf dem Campingplatz einfach dazu – genauso wie die gut gemeinten Tipps der hilfsbereiten Nachbarn.
Außerdem sprach aus meiner Sicht einiges gegen einen Mover: hohe Anschaffungskosten, zusätzliches Gewicht und eine weitere technische Komponente, die gewartet werden möchte.
Doch wie so oft im Leben änderte sich meine Meinung schneller als gedacht.
Unser Wohnwagen hatte bereits einen Mover
Beim Kauf unseres gebrauchten Fendt Saphir 510 TFK war bereits ein PurpleLine e-go Quattro ECM01 / PECM01 verbaut. Da baut man eine funktionierende Rangierhilfe natürlich nicht wieder aus – also haben wir ihr eine Chance gegeben.
Der Vorbesitzer hatte den Mover inklusive Einbau bei Fritz Berger für rund 1.500 Euro installieren lassen. Zum Lieferumfang gehörten außerdem eine Batterie mit Ladegerät sowie die Funkfernbedienung.
Technische Daten
- Hersteller: PurpleLine
- Modell: e-go Quattro ECM01 / PECM01
- halbautomatische Rangierhilfe
- Zugkraft bis 2.250 kg
- Steigfähigkeit bis 25 %
- Gewicht (ohne Batterie): ca. 40 kg
- Aluminium-Antriebsrollen
- Funkfernbedienung mit Soft-Start
Die Bedienung
Vor dem Rangieren werden die Antriebsrollen über eine Hebelstange an die Reifen angelegt. Anschließend wird der Mover über einen Sicherungsschlüssel aktiviert.
Danach übernimmt die Fernbedienung die Arbeit.
Bereits nach wenigen Minuten hatten wir den Dreh heraus. Der Wohnwagen lässt sich millimetergenau bewegen, auf der Stelle drehen und problemlos in enge Stellplätze rangieren – selbst dort, wo früher mehrere Einweiser nötig gewesen wären.
Besonders begeistert hat uns das Ankuppeln an das Zugfahrzeug. Seit wir den Mover besitzen, erledigen wir diesen Vorgang ausschließlich per Fernbedienung. Gerade auf unebenem Untergrund oder bei leichtem Gefälle gelingt das deutlich entspannter und wesentlich präziser als von Hand.
Unser Fazit nach mehreren Jahren
Was anfangs für uns eher ein überflüssiger Luxus war, möchten wir heute nicht mehr missen.
Natürlich bringt ein Mover zusätzliches Gewicht mit sich und ist keine günstige Anschaffung. Dem gegenüber stehen jedoch ein enormer Komfortgewinn, weniger Stress beim Rangieren und deutlich mehr Sicherheit – insbesondere auf engen Campingplätzen oder bei schwierigen Stellplätzen.
Unser Fazit lautet deshalb ganz klar:
Nie mehr ohne Mover!
Aktuelle Alternativen zum PurpleLine e-go Quattro
Der von uns genutzte PurpleLine-Mover wird inzwischen nicht mehr in dieser Form angeboten. Wer heute eine Rangierhilfe sucht, findet mehrere moderne Alternativen.
Reich easydriver pro 2.3
Einer der bekanntesten Mover auf dem deutschen Markt. Er überzeugt durch hohe Zugkraft, präzise Steuerung und eine sehr gute Ersatzteilversorgung. Besonders geeignet für Wohnwagen bis etwa 2,3 Tonnen.
Truma Mover XT L
Der Truma Mover XT L gehört zu den Premium-Modellen und zeichnet sich durch besonders feinfühliges Rangieren sowie einen sehr leisen Betrieb aus. Die automatische An- und Abschwenkung der Antriebsrollen sorgt für zusätzlichen Komfort.
AL-KO Mammut
Der Mammut wird direkt in das AL-KO-Chassis integriert und bietet dadurch maximale Bodenfreiheit. Durch seine hohe Zugkraft eignet er sich insbesondere für größere und schwerere Wohnwagen.
Enduro EM315
Eine interessante Alternative im mittleren Preissegment. Der halbautomatische Mover bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist besonders bei Einsteigern beliebt.
PurpleLine Enduro EM505FL
Auch PurpleLine entwickelt seine Rangierhilfen kontinuierlich weiter. Der EM505FL verfügt über eine automatische Rollenanlage, moderne Elektronik und eignet sich für Wohnwagen bis etwa 2,5 Tonnen.
Würden wir heute wieder einen Mover kaufen?
Ganz eindeutig: Ja.
Für Familien, die regelmäßig unterwegs sind oder häufig auf engen Campingplätzen rangieren müssen, gehört ein Mover für uns inzwischen fast zur Grundausstattung eines Wohnwagens.
Gerade wer alleine rangiert oder nicht immer auf helfende Hände zählen kann, wird den Komfort schnell zu schätzen wissen. Nach den ersten Urlauben fragt man sich eher, warum man so lange darauf verzichtet hat.