Unser erster Camper – VW T4 Caravelle Pema Mobil „Free Willy“ (2007)

Jede Campingkarriere beginnt irgendwo. Unsere begann eher ungeplant – mit einem echten Spontankauf.

Als wir den VW T4 Caravelle zum ersten Mal besichtigten, war die Entscheidung schnell gefallen. Das Fahrzeug stammte aus Erstbesitz, war hervorragend gepflegt, vollkommen unverbastelt und machte einen äußerst soliden Eindruck. Genau so hatten wir uns unseren ersten Camper vorgestellt.

Im Nachhinein können wir sagen: Es war die richtige Entscheidung.

Unser liebevoll getaufter „Free Willy“ wurde zum treuen Begleiter unserer dreiwöchigen Hochzeitsreise durch Frankreich und Spanien und brachte uns jederzeit zuverlässig ans Ziel. Pannen? Keine einzige.

Der Ausbau von Pema Mobil

Bei unserem T4 handelte es sich um einen VW T4 Caravelle (Kurzversion), der von Pema Mobil zum Wohnmobil ausgebaut wurde.

Der Ausbau war durchdacht, funktional und für zwei Personen überraschend komfortabel. Besonders das Hochdach sorgte für ein angenehmes Raumgefühl und bot einen zusätzlichen Schlafplatz.

Technische Daten

  • VW T4 Caravelle (Kurzversion)
  • Baujahr 1995
  • 2,4-Liter-Dieselmotor
  • 56 kW (76 PS)
  • rund 70.000 Kilometer Laufleistung beim Kauf

Ausstattung

  • vollisoliertes GFK-Hochdach mit Dachluke
  • Reimo-Sitzbankschienensystem mit vier eingetragenen Sitzplätzen
  • drehbare Fahrer- und Beifahrersitze mit Armlehnen
  • Sitzbank zum Doppelbett umklappbar
  • zusätzlicher Schlafplatz im Hochdach
  • Truma 1800 S Gas-Standheizung
  • Electrolux-Kühlschrank (Gas-, 12-Volt- und 230-Volt-Betrieb)
  • zweite Batterie unter dem Fahrersitz
  • Zwei-Flammen-Gaskocher
  • Spüle mit Frischwasserversorgung
  • ausziehbare Markise
  • Fahrradträger an der Heckklappe mit abschließbarer Gepäckbox

Für einen Camper aus den 1990er-Jahren war das eine erstaunlich komplette Ausstattung.

Unsere Hochzeitsreise

Mit „Free Willy“ ging es auf unsere erste große Wohnmobilreise.

Drei Wochen lang erkundeten wir Frankreich und Spanien, standen auf kleinen Campingplätzen am Atlantik, fuhren entlang der Mittelmeerküste und genossen genau das, was Camping so besonders macht: morgens aufzuwachen, die Tür zu öffnen und den Tag dort zu beginnen, wo andere Urlaub machen.

Der T4 war dabei stets zuverlässig. Gerade auf langen Touren schätzt man ein Fahrzeug, auf das man sich jederzeit verlassen kann.

Ein echtes Schnäppchen

Für unseren T4 bezahlten wir damals 10.000 Euro.

Rückblickend war das ein ausgesprochen guter Preis. Vergleichbare Fahrzeuge erzielen heute – je nach Zustand und Ausbau – teilweise deutlich höhere Preise.

Warum wir ihn trotzdem verkauft haben

So sehr wir unseren ersten Camper mochten, mussten wir uns bereits nach wenigen Monaten wieder von ihm trennen.

Nicht, weil wir unzufrieden gewesen wären – sondern weil sich unsere Anforderungen verändert hatten.

1. Eingeschränkte Alltagstauglichkeit

Das feste Hochdach machte den T4 für den täglichen Einsatz unpraktisch.

Für Parkhäuser, Tiefgaragen oder den Stadtverkehr war er nur bedingt geeignet. Da wir damals keinen zweiten Pkw benötigten, kam ein reines Freizeitfahrzeug für uns nicht infrage.

2. Umweltplakette

Der Dieselmotor verfügte über keinen Katalysator.

Dadurch drohte langfristig die rote Umweltplakette, was die Nutzung in vielen Innenstädten erheblich eingeschränkt hätte. Eine Nachrüstung wäre möglich gewesen, allerdings nur mit erheblichem finanziellem Aufwand.

3. Gemütliches Reisetempo

Mit seinen 76 PS war der Saugdiesel zwar nahezu unverwüstlich, aber eben auch alles andere als sportlich.

Gerade in bergigen Regionen wurde jede Steigung zur Geduldsprobe. Wer – wie wir – regelmäßig nach Südfrankreich, Spanien oder Italien reist, verbringt viele Stunden auf Autobahnen und Alpenpässen. Hier hätten wir uns einfach etwas mehr Leistungsreserven gewünscht.

Unser Fazit

Unser VW T4 „Free Willy“ war der perfekte Einstieg in die Welt des Campings.

Er war zuverlässig, sympathisch, technisch solide und hatte genau den Charme, den viele klassische Camper heute noch ausstrahlen. Auch wenn wir ihn schon nach kurzer Zeit wieder verkauft haben, denken wir bis heute gerne an ihn zurück.

Er hat unsere Leidenschaft für das Reisen mit dem Wohnmobil geweckt und den Grundstein für viele weitere Campingabenteuer gelegt.

Manchmal muss das erste Fahrzeug nicht perfekt sein – es muss nur die Lust auf das nächste Abenteuer entfachen. Genau das hat unser „Free Willy“ geschafft.

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