Hollandöse am PKW oder Wohnmobil nachrüsten – Warum sie im Ausland wichtig sein kann

Wer mit Wohnwagen oder Anhänger durch Europa reist, sollte sich nicht nur über Maut oder Tempolimits informieren. Auch das Abreißseil ist in einigen Ländern anders geregelt als in Deutschland. Eine sogenannte Hollandöse kann dabei helfen, auf der sicheren Seite zu sein – und ist oft mit wenigen Euro schnell nachgerüstet.

Warum braucht man überhaupt eine Hollandöse?

In Deutschland genügt es in der Regel, das Abreißseil des Wohnwagens um den Kugelkopf beziehungsweise die Anhängerkupplung zu legen.

In einigen europäischen Ländern gelten jedoch andere Vorschriften.

Dort muss das Abreißseil bei abnehmbaren Anhängerkupplungen häufig durch eine fest mit der Karosserie verbundene Öse geführt werden. Umgangssprachlich wird diese Vorrichtung meist als Hollandöse bezeichnet.

Der Hintergrund ist einfach:

Sollte sich die abnehmbare Anhängerkupplung lösen oder versagen, bleibt das Abreißseil trotzdem mit dem Fahrzeug verbunden und kann die Auflaufbremse des Anhängers auslösen.

Welche Länder verlangen eine Hollandöse?

Vor einer Reise lohnt sich immer ein Blick auf die jeweils aktuellen Verkehrsregeln.

In Campingforen und Reiseberichten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass insbesondere in der Ferienzeit verstärkt kontrolliert wird. Häufig genannt werden dabei unter anderem:

  • Niederlande
  • Österreich
  • Schweiz

Auch über empfindliche Bußgelder wird regelmäßig berichtet.

Obwohl wir selbst in vielen Jahren noch nie kontrolliert wurden, erschien uns der Aufwand für eine Nachrüstung so gering, dass wir lieber auf Nummer sicher gegangen sind.

Die einfachen Lösungen aus dem Zubehörhandel

Im Camping- und Onlinehandel werden zahlreiche Nachrüstlösungen angeboten.

Meist handelt es sich um:

  • Schellen
  • Verschraubungen
  • Halter mit integrierter Öse

Bereits für etwa 10 bis 20 Euro findet man passende Produkte.

Allerdings werden viele dieser Lösungen direkt an der Anhängerkupplung befestigt.

Gerade bei abnehmbaren Anhängerkupplungen bleibt damit aus unserer Sicht ein kleiner Unsicherheitsfaktor bestehen: Sollte sich im unwahrscheinlichen Fall die komplette Kupplung lösen, wäre auch die Hollandöse mit betroffen.

Unsere Lösung am VW T5

Deshalb haben wir uns unser Fahrzeug einmal genauer angesehen.

Nach kurzer Suche unter unserem VW T5 fiel uns eine vorhandene Gewindebohrung auf.

Diese war ursprünglich für einen Reserveradhalter vorgesehen, wurde bei unserem Fahrzeug jedoch nicht genutzt.

Damit bot sie die ideale Möglichkeit, eine stabile Befestigung direkt an der Karosserie zu schaffen.

Die Nachrüstung

Unsere Lösung war denkbar einfach.

Benötigt wurden lediglich:

  • eine Ringschraube aus dem Baumarkt
  • eine passende Mutter zum Kontern

Die Kosten lagen insgesamt bei gerade einmal 3 bis 4 Euro.

Die Ringschraube wurde in das vorhandene Gewinde eingeschraubt und anschließend mit einer Mutter gesichert.

So entstand eine stabile Befestigungsmöglichkeit für das Abreißseil – ganz ohne Bohren oder aufwendige Umbauten.

Vorteile unserer Lösung

Aus unserer Sicht bietet diese Variante mehrere Vorteile:

  • sehr geringe Kosten
  • einfache Montage
  • keine Veränderungen an der Anhängerkupplung
  • feste Verbindung mit der Fahrzeugkarosserie
  • dauerhaft montiert

Gerade bei Fahrzeugen mit abnehmbarer Anhängerkupplung empfinden wir diese Lösung als besonders sinnvoll.

Persönliches Fazit

Ob eine Hollandöse tatsächlich vorgeschrieben ist oder kontrolliert wird, hängt immer vom jeweiligen Land und den aktuellen Vorschriften ab.

Für uns war entscheidend:

Der Aufwand war minimal, die Kosten lagen unter fünf Euro und das gute Gefühl, für Reisen ins Ausland vorbereitet zu sein, war die kleine Investition allemal wert.

Wer mit Wohnwagen regelmäßig in den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz unterwegs ist, sollte sich das Thema zumindest einmal genauer anschauen.

Unsere selbst gebaute Hollandöse am VW T5 funktioniert seit Jahren problemlos und war mit wenigen Handgriffen montiert.

Hinweis

Bitte prüft vor dem Nachbau immer, ob die verwendete Gewindebohrung an eurem Fahrzeug tatsächlich für eine ausreichende Belastung geeignet ist und informiert euch über die aktuell geltenden Vorschriften in den jeweiligen Reiseländern.

G-MDPVLMPMN4